Winterzeit in den Ökologischen Stationen

Wenn draußen Frost, Stille und klare Winterluft einkehren, bedeutet das für die Stationen keineswegs Ruhepause. Auch wenn die Landschaft in Weiß, Braun und Grau getaucht ist, laufen viele wichtige Arbeiten weiter, teils drinnen, teils draußen, immer mit Blick auf die kommende Saison.

Unsere kleine Wintergalerie zeigt nur einen kleinen Einblick in das, was hinter den Kulissen passiert


Biotoppflege & Landschaftspflege

Viele Stationen pflegen Schutzgebiete, Moor- und Heideflächen, Feuchtwiesen, Hecken etc. Das kann z. B. Gehölzschnitt, Entfernen von unerwünschtem Bewuchs oder Offenlandpflege umfassen, gerade im Winter, wenn Vegetation ruht und Maschinen / Pflegemaßnahmen weniger stören.

Moorpflege durch Entkusselung in der Hannoverschen Moorgeest. Foto: Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V. (ÖSSM)

Entkusselungsarbeiten in der Hannoverschen Moorgeest: Junge Birken und Kiefern werden entfernt, damit das Hochmoor erhalten bleibt.

Moorpflegeeinsatz: Durch Entkusselung wird das Moor stabilisiert und langfristiger Natur- und Klimaschutz gesichert.

Moorpflegeeinsatz. Foto: BUND Diepholzer Moorniederung

Vorbereitung auf kommende Saison

Der Winter bietet Zeit für Planung, Konzeptentwicklung und erste Maßnahmen im Gelände. Dazu gehören auch Arbeiten an Amphibiengewässern, wie das Anlegen und Optimieren von Reproduktionsgewässern für geschützte Arten.

Bau eines Reproduktionsgewässers im FFH-Gebiet Rinderweide: Ein Bagger modelliert das neue Amphibiengewässer, Erdmaterial wird bewegt und die Geländeform vorbereitet.

Ein Bagger formt ein neues Gewässer im FFH-Gebiet Rinderweide. Foto: Lisa-Marie Hille, Ökologische NABU-Station Oberes Wesertal (ÖNSOW).

Frisch ausgehobenes Amphibiengewässer: Foto: Mirjam Nadjafzadeh, ÖNSOW

Pflegearbeiten an Amphibienteichen: Ein Bagger entschlammt und entfernt Gehölze, Ufer werden abgeflacht, und das Material wird mit einer kleinen Raupe abtransportiert.

Das Erdreich wird bewegt, Wasser sammelt sich bereits in der neuen Vertiefung, Ökologische NABU-Station Oberes Wesertal (ÖNSOW).

Die Baggerarbeiten werden durchgängig begleitet und vor Ort am Gewässerrand unterstützt. Foto: Mirjam Nadjafzadeh, ÖNSOW

Maschineneinsatz im Feuchtgebiet. Foto: Ökologische Station Aller-Böhme (ÖSAB)

Arbeiten im Feuchtgebiet: Vegetationsmaterial wird aufgenommen und abtransportiert, um anschließend weitere Naturschutzmaßnahmen durchführen zu können.

Brutfloß überwintert an Land

Im Winter werden auch Pflege- und Schutzmaßnahmen an Brutinseln vorbereitet. Damit die Nisthilfen im Frühjahr in gutem Zustand sind, holen die Mitarbeitenden das Brutfloß in der kalten Jahreszeit an Land und schützen es vor Verschmutzung und Beschädigung durch überwinternde Wasservögel.

Mitarbeiter des Kieswerks bergen das Brutfloß aus dem Abbaugewässer. Foto: Jessica Schrader, Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD)

Brutfloß überwintert an Land. Foto: Jessica Schrader, NUVD

Erhalt und Entwicklung der Hochmoore

Das Foto zeigt Dammbaumaßnahmen aus einem früheren Projektjahr. Solche Arbeiten stabilisieren den Wasserhaushalt im Hochmoor und schaffen die Grundlage für eine erfolgreiche Wiedervernässung und Entwicklung der Moorflächen.

Baggerarbeiten im Hochmoor. Foto: Ökologische Station Cuxland (ÖSCUX)

Ruhe & Regeneration der Natur

Der Winter bringt eine besondere Ruhe in die Landschaft. Spuren im Schnee, stille Gewässer, klare Lichtstimmungen und frostige Moor- und Heideflächen zeigen, wie die Natur in dieser Zeit neue Kräfte sammelt. Es ist eine Phase der Regeneration, bevor im Frühjahr wieder Bewegung in die Lebensräume zurückkehrt.

Ostufer-Winter. Foto: Eva Luers ÖSSM

Kraniche auf dem Zug – Rast in der Diepholzer Moorniederung

Der Graue Kranich (Grus grus) gehört zu den eindrucksvollsten Vögeln Europas. Mit bis zu 1,30 Metern Körpergröße und einer Flügelspannweite von rund 2,45 Metern ist er schon von weitem unverkennbar. Typisch sind die rote Kopfplatte, die kontrastreiche Halszeichnung und die langen Schmuckfedern, die elegant über den Schwanz hängen.

Lange Zeit war der Kranich in seinem Bestand gefährdet – vor allem durch den Verlust wichtiger Lebensräume. Erst groß angelegte Renaturierungsmaßnahmen führten dazu, dass sich die Bestände erholen konnten. Heute ist die Diepholzer Moorniederung ein international bedeutsamer Rastplatz auf der Zugroute der Kraniche – und seit 2001 gibt es dort sogar wieder Brutpaare.

Kranich (Grus grus). Foto: Jonas Wobker

Frühjahrs- und Herbstzug

Jedes Jahr ziehen die Kraniche zwischen ihren Brutgebieten in Nordeuropa und den Winterquartieren in Südwesteuropa oder Nordafrika hin und her. Dabei legen sie oft Distanzen von über 3.000 Kilometern zurück.

Im Frühjahr besteht ein „Zeitdruck“, möglichst schnell in die Brutgebiete zurückzukehren. Bei günstiger Wetterlage fliegen die Kraniche daher fast ohne Unterbrechung weiter Richtung Nordost. Deshalb fallen die Rastzahlen in der Diepholzer Moorniederung zu dieser Jahreszeit deutlich geringer aus.

Unterwegs zwischen Brut- und Rastgebieten. Foto: Jonas Wobker

Im Herbst haben die Vögel mehr Zeit. Sie rasten länger, um ihre Energiereserven aufzufüllen. In der Regel sind die Kraniche noch im Familienverbund unterwegs. In dieser Zeit sammeln sich besonders große Schwärme in der Diepholzer Moorniederung, ein beeindruckendes Schauspiel, wenn tausende Kraniche abends gemeinsam zu ihren Schlafplätzen einfliegen.

Aktuelle Rastzahlen

Im September 2025 wurden in der Diepholzer Moorniederung bereits über 2.400 Kraniche gezählt. Zum Vergleich: In den Vorjahren lag der Höchststand im Oktober teils bei über 60.000 rastenden Vögeln. Damit gehört die Region zu den bedeutendsten Rastplätzen in ganz Europa. Mehr Informationen und aktuelle Zahlen findet ihr beim BUND Diepholzer Moorniederung.

Beobachtung und Mitmachen

Zur Beobachtung eignet sich besonders der Einflug zu den Schlafplätzen in den Abendstunden. Beliebte Beobachtungspunkte sind die Türme im Rehdener Geestmoor oder im Neustädter Moor. Auch der „Kranichwagen“ des BUND bietet spannende Einblicke und Informationen.

 Wer Kraniche mit Farbringen entdeckt, kann seine Beobachtungen unter www.icora.de melden.

Kranich (Grus grus). Fotos: Jonas Wobker

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